Heute sind wir wieder gesund und munter in Düsseldorf gelandet. Die zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Unser Jetlag ist echt heftig aber ich muss diese Zeilen jetzt noch schreiben, bevor die Eindrücke an Intensität verlieren.
Kuba ist ein Land mit unglaublich netten und lebensfrohen Menschen, Armut, Schönheit, Ängsten und Leid aber auch Hoffnung auf ein besseres Leben. Am beeindruckendsten waren die drei Tage in Havanna. Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen, man muss es wirklich erlebt haben. Ich habe noch nie so viel Schönheit und gleichzeitig so viel Elend gesehen. Viele Kubaner leben sehr einfach, bescheiden und mit europäischen Verhältnissen nicht zu vergleichen. Es mangelt an alltäglichen Dingen wie Seife, Toilettenpapier, Duschgel, Deo, Shampoo, etc.. Lebensmittel werden per Lebensmittelkarten ausgegeben, so dass eine gewisse Grundversorgung sichergestellt ist. Bohnen und Reis gehören so auf den täglichen Speiseplan, Fleisch eher selten. Ein Viehbauer muss seine Erträge zu 100 Prozent an den Staat abführen. Fleisch für den Eigenbedarf zu behalten ist illegal. Dafür ist die Bildung auf einem sehr hohen Niveau. Alle Kubaner haben die Möglichkeit zu studieren, und das kostenlos.
Bei unserem Fußmarsch vom Hotel in die Altstadt von Havanna haben wir von der Promenade eine Abkürzung in die Altstadt gewählt. Die dort vorgefunden Gebäude waren alle völlig kaputt und heruntergekommen. Die Straßen voller Müll und Dreck. Süßlicher Verwesungsgeruch vermischte sich mit Kaffeeduft und Zigarrenrauch. Überall traf man auf kleine Läden die Getränke oder Lebensmittel verkauften. Offen stehende Türen erlaubten Einblick in die Wohnzimmer, wo kleine Kinder spielten oder Fernsehen schauten. Ein alter Mann suchte in einer völlig überfüllten Mülltonne nach noch brauchbaren Lebensmitteln. Neben der Mülltonne lagen Schlachtabfälle. Wir hatten ein ungutes Gefühl, fühlten uns beobachtet, wie Eindringlinge; ich traute mich kaum noch zu fotografieren. Ich fühlte mich schlecht bei dem Gedanken… Touristen haben wir hier keine getroffen.

Wir werden wohl noch einige Zeit brauchen, um das, was wir gesehen und erlebt haben richtig zu verarbeiten…

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